Gut geschabt

Banker, Maurer und Dekan – alle gehn zu Cankiran. Zum Barbier von Bern.

Drinnen ist noch eine Lücke. Sezayi Cankiran ratscht den Reissverschluss der Jacke auf, Kaffee dampft im Becher in seiner Hand, Nebel weht durch die Neuengass-Passage in Bern, kurz nach acht Uhr in der Früh. Cankiran, 31, weist durch die Glastür auf seine zehn Quadratmeter Coiffeursalon, auf einen der Wartesessel, der noch frei ist.

So richtig losgehen tut es erst am Nachmittag, sagt er.

Cankiran besitzt den «Trend Coiffeur» in Bern, an der Tür klebt die Preisliste. Haarschnitt: 25.–, mit Waschen: 30.–, Rentner: 22.–, Kinder: 20.–; Augenbrauen zupfen: 15.–; Gesichtsmaske: 20.–; Bartrasur: 15.–.

Rund um den Bahnhof, sagt Cankiran, gebe es zwölf Herrencoiffeure wie den seinen, acht davon hätten in den letzten fünf Jahren aufgemacht. In der Schweiz werden jedes Jahr etwa 200 Coiffeurgeschäfte eröffnet, in Zürich besitzt der Exil-Syrer Ghamkin Saleh, der mit dem Konzept des günstigen Haarschnitts massiv expandiert, mittlerweile Filialen am Central, beim Limmatquai, beim Stauffacher, bei der Urania, an der Josefstrasse, im Seefeld und in Dietikon. Es gibt Leute, die sagen, Saleh habe sich zum Millionär frisiert.

Man braucht keinen Abschluss der HSG, um reich zu werden, sagt ein Rentner in Stuhl zwei.

Ein Haarschnitt für 70 Franken? Nein danke, sagt ein Exil-Perser in Stuhl eins.

Beim ersten Mal bei Cankiran, sagt der Rentner, habe ich gedacht: Der Typ ist gut.

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